Reformationsprojekt der 7. Klassen in Celle

Lohnt sich Religionsunterricht für mich?

Religion ist ein wichtiges Thema im 21. Jahrhundert. Weltweit bewegen religiöse Fragen die Menschen; die Auswirkungen sind überall sichtbar. Hier ist es für unsere Schüler/innen wichtig, den eigenen Standpunkt zu bestimmen.

Nur, wenn man selbst gut über den eigenen Glauben Bescheid weiß und auch über andere Religionen informiert ist, kann man mit anderen Überzeugungen in einen Dialog treten. Dabei gehören für den evangelischen Religionsunterricht „der Sinn für die unantastbare Würde des Menschen und der Sinn für die Wirklichkeit Gottes“ [1] zusammen und bilden die Basis für den Unterricht.

Viele unserer Schüler/innen wissen nicht sehr viel über ihre eigene Religion. Sie sind zwar getauft worden, aber der Glaube spielt im Alltag keine große Rolle. Sie wollen gern mehr wissen über Gott, über die Bibel, die Kirchen, über religiöse Praxis. All dies kann guter Religionsunterricht vermitteln. Offen können alle Fragen und Probleme angesprochen und Hilfen zur Lösung gefunden werden. Natürlich werden keine absoluten Wahrheiten vermittelt, aber wir machen uns gemeinsam auf die Suche. Der Religionsunterricht bietet Orientierung in einer Welt, in der Werte und Normen immer mehr ins Wanken geraten, in der die Religion aber trotzdem für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene eine bedeutende Rolle spielt.

Wer kann teilnehmen?

Alle!

So nehmen auch viele Schüler/innen, die nicht getauft sind, am evangelischen Religionsunterricht teil. Manchmal, um entscheiden zu können, ob sie Taufe und Konfirmation anstreben, manchmal, weil sie wissen, dass unsere Kultur und auch unser Staat ganz wesentlich vom christlichen Menschenbild geprägt worden sind und sie deshalb viel über das Christentum (und auch über andere Religionen) erfahren wollen.

 

Auch katholische Schüler/innen waren und sind bei uns herzlich willkommen, sollten allerdings, falls es angeboten wird, die Chance nutzen, den katholischen Religionsunterricht zu besuchen. Wo kein katholischer Unterricht angeboten wird, bereichern sie den evangelischen Unterricht durch ihre Erfahrungen mit einer teils unterschiedlichen Religionspraxis und -lehre, aber auch durch den Dialog, der zeigt, dass uns so viel mehr verbindet als trennt. Das gleiche gilt für Muslime oder Angehörige anderer Religionen oder Konfessionen.

Was wird unterrichtet?

Grundlage der vermittelten religiösen Bildung sind unsere Kerncurricula, das heißt unsere Lehrpläne, die vom Kultusministerium in Zusammenarbeit mit den Kirchen erstellt werden. Sie werden in Abständen neu überarbeitet und passen sich an G8 oder G9 an.

Zu diesen allgemeinen Lehrplänen stellt die Fachkonferenz schulinterne Curricula auf. Wir bemühen uns dabei, die vorgegebenen Ziele, welche Kompetenzen (Fähigkeiten) welche Schüler/innen wann haben sollen, mit konkreten Unterrichtsinhalten zu verbinden.  Das Ergebnis unserer Arbeit kann man sehen, wenn man auf die links zu den jeweiligen Curricula klickt.

Und wie sieht der Unterricht praktisch aus?

Wir lesen Texte – oft aus unserem Relibuch - und sprechen darüber, wir arbeiten mit Bibeltexten und verknüpfen sie mit dem täglichen Leben, machen darüber Rollenspiele oder Plakate, informieren uns gegenseitig durch Präsentationen, manchmal zeichnen oder gestalten wir, gucken uns Filme an oder besuchen Kirchen, manchmal wird auch gesungen oder Musik gehört … Manchmal gestalten wir einen Schulgottesdienst oder die Adventsminuten …

Der Unterricht ist auf jeden Fall abwechslungsreich und öfter auch fächerübergreifend.

Ist er nützlich für mein Leben?

Reliunterricht hat viel mit den täglichen Freuden, Sorgen und Anliegen unserer Schüler/innen zu tun. So kann er gerade auch für Schlüsselstellen des Lebens konkrete Hilfen geben: was kann mir helfen, wenn ich Krach mit Familie oder Freunden habe, wenn ich nicht mithalten kann im Vergleich, wenn jemand stirbt – oder, wie kann ich meine Freude und Dankbarkeit ausdrücken über gelingendes Leben?

Ein wichtiges Thema ist natürlich immer auch die Frage: Was darf und sollte ich tun oder lassen – im Blick auf meine Mitmenschen und die Natur. Wie stehe ich zu Liebe und Sexualität, zu Leben aus dem Reagenzglas, zu Sterbehilfe, zu Genmanipulation und anderen aktuellen Fragen? Wo kann ich zur Bewahrung der Schöpfung und zu einem friedlichen Miteinander beitragen?

Unsere Schüler/innen lernen, wie sinnerfüllt sie leben können, wenn sie sich Anderen und der Schöpfung zuwenden und Verantwortung übernehmen für eine gerechtere Welt.

Kann ich Abi in Evangelischer Religion machen?

Ja!

Voraussetzung dafür ist, dass man in der 11. Klasse mindestens ein Halbjahr lang Religion belegt hat (sinnvoll sind allerdings wegen des vermittelten Stoffes beide Halbjahre). In der Qualifikationsphase kann man dann Religion als 4. oder 5. Prüfungsfach wählen und hat 3 Wochenstunden Unterricht (GAN). Wer kein Abitur in Religion machen möchte, belegt mindestens 2 Halbjahre lang den zweistündigen EF-Kurs. Diese Regelungen gelten ab dem Jahrgang, der 2018 in die 11. Klasse kommt.

Und wer unterrichtet mich?

Auf jeden Fall eine freundliche Lehrkraft!

Zurzeit besteht unser Fachkollegium aus den evangelischen Kolleginnen Blankenburg, Dannenfeld, Engels, Fortmüller, Gottschalk, Groppe, Kappenberg, Lutterloh und Voll-Veth sowie dem Kollegen Brobeck.

 (Für die Fachgruppe Religion: Gabriele Gottschalk, August 2018)

 

 

 

[1] EKD „Religionsunterricht – 10 Thesen des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland“, S.

Religion praktisch und aktuell: Schulgottesdienste zur Einschulung und zum Abitur

Mit dem Einzug in unser neues Schulgebäude fand vor acht Jahren der erste Einschulungsgottesdienst für die neuen 5. Klassen statt. Von Anfang an erfreute sich diese Form der Begrüßung an unserem Gymnasium großer Beliebtheit. So machen sich jedes Jahr ungefähr drei Viertel des neuen Jahrgangs mit Eltern und manchmal auch Großeltern schon eine Stunde vor der offiziellen Einschulung auf den Weg zur Schule, um den neuen Lebensabschnitt unter Gottes Segen zu beginnen.

In der Aula ist dann auf der Bühne ein Altar aufgebaut, ein großer Blumenstrauß und ein kleines Kreuz erwarten die Besucher. Dann werden unsere neuen Schüler musikalisch empfangen von der jeweiligen 6. Bläserklasse, die den Gottesdienst mit flotten Klängen umrahmt.

Frau Gottschalk begrüßt alle im Namen der Fachgruppe Religion, und dann legt Pastor Gottschalk los. Mit Musik und oft einer spannenden Geschichte ermutigt er die aufgeregten Fünftklässler, den großen Schritt in den neuen Lebensabschnitt unterstützt von der Kraft Gottes zu tun.  Weiter geht’s im Gottesdienst mit gemeinsamem Gesang und Gebet, bei dem Lehrerinnen und ältere Schüler mitmachen. Die Atmosphäre ist gleichzeitig fröhlich und feierlich, und zum Schluss bekommen viele Erwachsene feuchte Augen und  jeder Schüler ein Psalmkärtchen für die Federmappe.  

Seit einigen Jahren bieten wir eine ähnliche Gottesdienstform auch zur Entlassung unserer Abiturienten ein. Auch hier ist das Interesse groß. Besonders schön ist an diesen Abigottesdiensten, dass sich viele Schüler und Schülerinnen des Jahrgangs an den Vorbereitungen und der Durchführung beteiligen. So haben wir immer tolle Musik, die von Schülern für Schüler gemacht wird. Erstaunlich, dass neben rockigen Stücken wie „Rückenwind“ auf Schülerwunsch hin auch der traditionelle Bonhoeffer-Choral „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ in zwei Gottesdiensten gesungen wurde. Pastor Gottschalk nimmt dann in Predigt und Gebeten die besondere Situation der Schüler und Eltern an dieser Schnittstelle im Leben in den Blick und verknüpft sie mit der biblischen Botschaft. Die Abiturienten werden bestärkt, ihren neuen Weg auch in der Verantwortung vor Gott und unter seinem Segen zu gehen, und die Eltern, ihre Kinder vertrauensvoll loszulassen.  

Die Fachgruppe Religion freut sich über das große Interesse an diesen besonderen Gottesdiensten und bedankt sich bei Pastor Gottschalk für seine Unterstützung, diese gute Tradition an unserer Schule fortzuführen.

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