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Auf den Spuren von Varus und Arminius …

vor 3 Stunden
2 Min. Lesezeit

Lateinschüler unterwegs


Was haben Archäologie, römische Geschichte, ein echtes Grabungscamp und vier Schaukeln gemeinsam? Ganz einfach: Sie haben zu einem erlebnisreichen Tag der Lateinklassen des 9. und 10. Jahrgangs des IKG in Kalkriese beigetragen!

 

Mitte September begab sich eine Gruppe unerschrockener Lateinschülerinnen und -schüler auf die weite Reise nach Bramsche bei Osnabrück, um bei einer fachkundigen Führung durch den Park und die Ausstellung Kalkriese tief in die Geschichte der Varusschlacht einzutauchen, die im Jahre 9 n. Chr. zu einem der bekanntesten Ereignisse der römisch-germanischen Geschichte wurde. Mit großem Interesse folgten sie den Erklärungen der Gästeführer und erfuhren, was sich vor mehr als 2000 Jahren zwischen dem Germanen Arminius und dem römischen Feldherrn Publius Quintilius Varus abgespielt haben könnte. Zugleich gewannen sie Einblicke in den Alltag der Menschen jener Zeit: Wie lebten die römischen Soldaten? Wie sah ihr Marschgepäck aus? Wie unterschieden sich ihre Lebensbedingungen von denen der Germanen? Und welche Spuren haben die damaligen Auseinandersetzungen bis heute hinterlassen? So wurde Geschichte, die sonst im Unterricht vor allem aus Texten bekannt ist, am historischen Ort unmittelbar erlebbar.

 

Besonders spannend wurde es anschließend im Grabungscamp: Hier durften die Jugendlichen selbst Hand anlegen und sich als Archäologinnen und Archäologen versuchen. Mit Werkzeug und viel Geduld wurden Erdschichten vorsichtig untersucht und mögliche Artefakte freigelegt. Dass die professionelle Archäologie in Kalkriese tatsächlich noch immer aktiv ist, machte das Erlebnis umso authentischer: Einmal im Jahr finden auf dem Gelände für rund zehn Wochen Ausgrabungen statt. In diesem Jahr sind daran auch Studierende der Geschichte und Archäologie der Universitäten Osnabrück und Hamburg beteiligt. So konnten die Jugendlichen nicht nur von archäologischer Forschung hören, sondern sie beinahe hautnah erleben – und dabei vielleicht sogar erahnen, wie viel Geduld, Sorgfalt und detektivischer Spürsinn hinter einem archäologischen Fund steckt.

 

Doch auch abseits von Römern und Germanen gab es einen Höhepunkt, mit dem wohl niemand gerechnet hatte: den Spielplatz für die „kleinen“ Besucher. Besonders die vier Schaukeln erfreuten sich großer Beliebtheit. Eigentlich waren unsere Teenager dafür natürlich längst zu alt – aber offenbar nur theoretisch. Denn kaum waren die Schaukeln entdeckt, wurde aus der archäologischen Exkursion kurzerhand ein kleines Stück Kindheit. Geschichte kann eben auch einfach Spaß machen!

 

Am Ende des Tages waren sich alle in einem Punkt einig: Kalkriese ist ein Ort, an dem Latein und Geschichte lebendig werden – die spannende Reise in die Vergangenheit hat sich gelohnt.

 

Kristin Frese

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